Projekte

  • Interkulturelle Kompetenz

    Für positives, nationales Aufsehen hat die PSO in Bezug auf ihr Vertiefungsmodul Interkulturelle Kompetenz bei der Polizei gesorgt. Der Besuch der Aspirantinnen und Aspiranten im Haus der Religionen in Bern (HDR) im Zuge des Unterrichtsfachs Gesellschaft und Polizei (CP) ist von der Presse äusserst positiv zur Kenntnis genommen worden (siehe link unten). Der «Berner Bund» hat im Frühjahr 2025 eine Klasse ins HDR begleitet. Ein herzliches Dankeschön den beiden Kollegen Roland Hemmi (Stapo Chur) und Andreas Scherrer (Stapo SG) als Fachverantwortliche dieses Moduls.

    reformiert.info

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    Warum dieses Ausbildungsmodul? Um den polizeilichen Auftrag zu erfüllen und Recht durchzusetzen, benötigen Polizistinnen und Polizisten Wissen darüber, WAS der Fall ist. Bei diesem Wissen handelt es sich einerseits um normatives Wissen. Also: Gibt es für mein Handeln eine gesetzliche Grundlage? Darf ich überhaupt handeln? Und muss ich denn handeln? Besteht ein Handlungszwang? Wenn ja, wo steht das? Richtiges, polizeiliches Handeln impliziert aber nicht nur, dass eine gesetzliche Grundlage vorhanden sein muss, sondern es ist andererseits auch Rücksicht darauf zu nehmen, dass verhältnismässig gehandelt wird. Hier kann man vom sogenannten Lebenswissen sprechen. Für jegliches staatliche Handeln gilt das Verhältnismässigkeitsprinzip. Mit anderen Worten: Verhältnismässig handeln, kann die Polizistin, der Polizist aber nur, wenn er/sie weiss, worum es sich handelt. Die polizeilichen Akteure benötigen ein Wissen darüber, WAS gerade der Fall ist. Wenn das WAS klar ist, kann man sich darüber Gedanken machen, WIE gehandelt werden soll. Das WIE ist also im Umgang mit Menschen zentral. Fazit: Man soll den polizeilichen Auftrag erfüllen; jedoch so, dass die Polizistin, der Polizist möglichst ohne Gewaltanwendung und unter Berücksichtigung des Anstandes und Respekts zum Ziel kommt. Also: kommunikativ und deeskalativ.

    Das Unterrichtsfach Interkulturelle Kompetenz bei der Polizei ist seit 2008 fester Bestandteil des Lehrplans in der PSO. Diese Ausbildungsinhalte sind in der heutigen Polizeilandschaft unverzichtbar und tragen dazu bei, den Polizeinachwuchs fit zu machen für die Herausforderungen auf der Strasse. Interkulturelle Kompetenz ist die Fähigkeit, mit Menschen aus anderen Kulturen erfolgreich und verhältnismässig zu agieren. Spezifisches Wissen über andere Kulturen erleichtert der Polizei, ihren Auftrag zu erfüllen. Der PSO ist es ein Anliegen, dass sich intervenierende Polizistinnen und Polizisten in ihrer Einschätzung des Gegenübers nicht unhinterfragt von Stereotypen leiten lassen. So werden beispielsweise im Unterricht, der sich auf das Lehrmittel «Interkulturelle Kompetenz bei der Polizei» abstützt, Themen wie «Ethnic Profiling», Rassismus und Kulturen behandelt. Dieses Lehrmittel ist in Zusammenarbeit mit dem HDR entwickelt worden.

    Ferner werden in der Theorie die fünf Weltreligionen Christentum, Islam, Buddhismus, Hinduismus und Judentum behandelt. Die Themenbereiche wie Aussergewöhnlicher Todesfall (AgT), Hausdurchsuchungen (HD), Häusliche Gewalt (HG) werden vertieft angeschaut. Der Exkursionstag im HDR ermöglicht den Auszubildenden, mit Religionsvertretern/innen in einen Dialog zu treten. Sie erhalten zudem die Möglichkeit, die sakralen Räumlichkeiten zu besichtigen und sich ein vertieftes Wissen in Bezug auf polizeiliche Fragestellungen anzueignen.

    Fazit: Um den polizeilichen Auftrag professionell auszuführen, muss die Polizistin, der Polizist über Wissen rund um Religionen verfügen, um die Frage nach dem WIE richtig zu beantworten. Mit anderen Worten: Die Polizei kann nur im Rahmen der Verhältnismässigkeit handeln, wenn sie weiss, worum es sich handelt, was man antrifft und worauf zu achten ist.

  • Polizeischule der Zukunft

    Mit dem neuen Ausbildungskonzept positioniert sich die Polizeischule als moderner und zukunftsfähiger Ausbildungsort. Ziel ist es, angehende Polizistinnen und Polizisten noch besser auf die komplexen Anforderungen der Praxis vorzubereiten. Dazu zählt insbesondere eine stärkere Verzahnung von Theorie und Praxis durch einen zweijährigen Lehrplan mit klaren Kompetenzzielen sowie die Einführung einer Stage zu Beginn der Ausbildung, die Einblicke in den Berufsalltag ermöglicht, dem Lernen dienlich ist und das Verständnis für die polizeiliche Realität fördert.

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    Die Reform ist eine Reaktion auf vielfältige Entwicklungen: Bildungspolitische Vorgaben, veränderte gesellschaftliche Rahmenbedingungen sowie gestiegene Erwartungen von Lernenden an eine sinnstiftende, flexible und individuell zugeschnittene Ausbildung. In einer zunehmend fragmentierten Gesellschaft mit unterschiedlichen Lebensentwürfen und Werthaltungen ist es zentral, dass junge Polizistinnen und Polizisten nicht nur fachlich, sondern auch in ihrer Persönlichkeit gestärkt werden. Mentale Resilienz, Eigenverantwortung, soziale Intelligenz und die Fähigkeit zur Deeskalation gewinnen an Bedeutung.

    Das neue Schulmodell trägt diesen Bedürfnissen Rechnung und orientiert sich an einer Stossrichtung, die auch vom Schweizerischen Polizeiinstitut (SPI) mitgetragen wird. Es basiert auf Handlungskompetenzen und strukturiert die Ausbildung entlang praxisnaher Handlungsfelder. Die neu eingeführte Modularisierung schafft dabei nicht nur mehr Flexibilität für Schülerinnen und Schüler, sondern eröffnet auch neue Ausbildungswege, wie die Möglichkeit einer schulischen Teilzeitausbildung, verbesserten Bedingungen für Wiedereinsteigende sowie die gezielte Integration von Personen mit solidem Vorwissen. Dadurch wird die Ausbildung attraktiver für Frauen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird gesteigert. Darüber hinaus erlaubt die modulare Struktur künftig auch die Ausbildung von polizeilichen Sicherheitsassistentinnen und -assistenten.

    Die tiefgreifenden strukturellen und didaktischen Veränderungen wirken sich auch auf die Rolle der Lehrpersonen aus. Damit das neue Ausbildungskonzept erfolgreich umgesetzt werden kann, muss das bestehende Instruktionsmodell neugestaltet werden. Das Projekt «Polizeischule der Zukunft» sieht daher eine Teilprofessionalisierung der Lehrtätigkeit vor. Mit der Einführung von Handlungsfeldverantwortlichen, Modulleiter/innen und Fachstellenleiter/innen entstehen neue Rollen, die fächerübergreifend koordinieren, Qualität sichern und administrative Aufgaben übernehmen.

    Insgesamt markiert das neue Ausbildungs- und Instruktor/innen-Konzept einen entscheidenden Schritt hin zu einer leistungsfähigen, lernenden Organisation: fachlich fundiert, praxisnah, digital gestützt und im Einklang mit den Werten und Bedürfnissen einer neuen Generation – getragen von engagierten, professionell arbeitenden Lehrpersonen.

    Die Ausbildung gliedert sich künftig in zwei übergeordnete Handlungsfelder:

    • Strafverfolgung: polizeiliche Ermittlung, abklären von Sachverhalten, aufklären von Straftaten.
    • Gefahrenabwehr: Ruhe, Sicherheit und Ordnung. Prävention und Gefahrenerkennung und -abwehr.

    Das neue Modell umfasst ein Grundmodul, acht thematische Module und ein verbindendes Abschlussmodul. Ziel ist eine optimale Verknüpfung des ersten und zweiten Ausbildungsjahres durch einen zweijährigen Lehrplan, wodurch die angehenden Polizistinnen und Polizisten noch besser auf die Anforderungen der Praxis vorbereitet werden (siehe Grafik).

    Eine Stage zu Beginn der Ausbildung eröffnet den Aspirantinnen und Aspiranten einen ersten Einblick in den Berufsalltag und fördert das Verständnis für die polizeiliche Arbeit, indem die Schülerinnen und Schüler schon früh dank der Praxis erkennen können, was beispielsweise Tatortarbeit bedeutet. Diese Form des induktiven Lernens folgt dem Prinzip «Von der Praxis in die Theorie» und lässt einen im Theorieunterricht Bilder aus dem Polizeialltag abrufen. Somit wird nicht nur das Lernen im Allgemeinen erleichtert, sondern auch nachhaltiges Lernen wird gefördert.

    Die Modularisierung ermöglicht ab 2027 flexible Ausbildungswege wie Teilzeitmodelle, Passerellen für Bewerberinnen und Bewerber mit Vorwissen sowie die Ausbildung von Polizeilichen Sicherheitsassistentinnen und -assistenten (Pol SiAss). Lehr- und Lernformen kombinieren Präsenzunterricht, begleitetes Selbststudium und digitale Lernformate. Damit wird die Ausbildung auch attraktiver für Interessierte mit familiären, sportlichen oder anderen Verpflichtungen.

    Das neue Ausbildungskonzept erfordert ein differenziertes Instruktionsmodell:

    • Handlungsfeldverantwortliche sind vollzeitlich an der PSO angestellt und übernehmen die strategische und operative Führung ihres Handlungsfeldes, die Qualitätsentwicklung und inhaltliche Weiterentwicklung.
    • Modulleiter/innen arbeiten in Teilzeitpensen und können von ihren Stammkorps abkommandiert oder über Freelance-Verträge mit der PSO engagiert sein. Sie planen, koordinieren und organisieren die Module, unterrichten selbst und begleiten die Ausbilder/innen fachlich.
    • Fachstellenleiter/innen sind in einem kleinen Pensum an der PSO für die einheitliche Vermittlung von zentralen Schnittthemen wie Ethik, Recht, Psychologie und Kommunikation zuständig.
    • Ausbilder/innen entsprechen den heutigen Milizinstruktor/innen. Sie bringen ihre Praxiserfahrung gezielt in den Unterricht ein, aber mit weniger Planungs- und Koordinationsverantwortung.

    Diese Struktur definiert klare Rollen und Verantwortlichkeiten, stärkt die didaktische Qualität, professionalisiert die Ausbildung und ermöglicht einen kompetenzorientierten Unterricht.

    Neues Modell

  • Raumschiessanlage (RSA)

    Eine Fotodokumentation zur Raumschiessanlage (RSA)

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